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pamer.net - Diplomarbeit - 7 Zusammenfassung und Ausblick

Usability: Diplomarbeit

Benutzerfreundlichkeit von WWW-basierten Navigationssystemen

--- Navigationsebene 1 ---
o Über diese Arbeit
o 1 Einleitung
o 2 Abgrenzung und Einordnung des Themas
o 3 Aspekte von Benutzerfreundlichkeit
o 4 WWW und Benutzerfreundlichkeit
o 5 Heuristiken
o 6 Empirische Untersuchung
o 7 Zusammenfassung und Ausblick
o Anhang
o Verzeichnisse

7 Zusammenfassung und Ausblick

Die Benutzerfreundlichkeit von Benutzerschnittstellen im World Wide Web zeigt oft deutliche Defizite. Dies ist zum einen auf einen Mangel an Informationsbeschaffung seitens der WWW-Autor/inn/en, zum anderen auf ein nahezu völliges Fehlen an wissenschaftlich fundierten und empirisch belegten Hypothesen zurückzuführen.

Im Rahmen dieser Arbeit werden deshalb nach einer Einführung in die Benutzerfreundlichkeit - insbesondere im Hinblick auf das World Wide Web (WWW) - und einer Darlegung des aktuellen Standes ausgewählter Heuristiken dazu, sechs Typen von WWW-Navigationssysteme näher untersucht.

Der erste Teil der Arbeit beschäftigt sich mit dem Unterschied zwischen WWW-Angeboten und traditioneller Software hinsichtlich Benutzerfreundlichkeit. Das WWW ist ungleich mehr Benutzer/inne/n zugänglich, über deren Ausstattung WWW-Autor/inn/en keinerlei Kontrolle haben und die das Erscheinungsbild der Benutzerschnittstelle massiv beeinflussen.

Die zentrale Hypothese im empirischen Teil ist, dass das verwendete Navigationssystem der bestimmende Faktor dafür ist, wie einfach und unkompliziert bzw. schnell und effizient die Navigation in einem WWW-Angebot möglich ist. Diese Hypothese wurde durch meine Untersuchung bestätigt. Es gelang, eine statistisch deutlich signifikante Rangfolge der Typen zu erstellen.

  Einfachheit/Unkompliziertheit Schnelligkeit/Effizienz
1 Navigation in Spalten 5,33 Navigationsmenü links 5,18
2 Navigationsmenü links 5,18 Navigation in Spalten 5,15
3 Navigationsmenü links (ohne Unterstreichung) 4,78 Navigationsmenü links (ohne Unterstreichung) 4,91
4 Stil des Windows-Explorer 4,58 Stil des Windows-Explorer 4,25
5 Hierarchische Navigation 4,16 Hierarchische Navigation 3,66
6 Navigationsmenüs oben und unten 3,94 Navigationsmenüs oben und unten 3,44

Tabelle 9: Rangfolge der WWW-Navigationssysteme.

Außerdem habe ich die Frage, ob zwischen den Präferenzen für einzelne Systeme und der Erfahrung der Benutzer/innen signifikante Korrelation besteht, näher betrachtet. Auch wenn durchwegs eine leicht negative Korrelation feststellbar ist, sind nicht alle Ergebnisse signifikant.

Natürlich ist dies nur ein kleiner Schritt zu mehr Benutzerfreundlichkeit im WWW. In diesem Bereich ist noch vieles zu tun. Einerseits fehlen umfassende Standardwerke, die dieses Thema auf wissenschaftlicher Basis behandeln. Andererseits sind auch weitere empirische Untersuchungen verschiedener Fragen der Benutzerfreundlichkeit im WWW nötig. Einige besonders wichtige Punkte sind meines Erachtens:

  • die Teilnahme anderer - auch international gestreuter - Benutzergruppen, und
  • die weitere Öffnung der "Black Box" und Erforschung der Gründe für Präferenzen von Benutzer/inne/n.

Wünschenswerte Untersuchungsgegenständen für weitere empirische Arbeiten wären beispielsweise:

  • die Bereitschaft von Benutzer/innen, lange Downloadzeiten in Kauf zu nehmen, und inwieweit dies mit den dabei anfallenden Kosten zu tun hat (im Hinblick auf das zu erwartende verstärkte Angebot an Pauschal-Internetzugängen ohne zeitabhängige Kosten),
  • die Auswirkungen von Animationen auf die Benutzerfreundlichkeit von WWW-Angeboten,
  • die Toleranz der Benutzer/innen gegenüber Fehlern (insbesondere die Auswirkung auf die Wahrscheinlichkeit der Rückkehr zu fehlerhaften WWW-Angeboten),
  • die Bedeutung des Dilemmas zwischen Zugänglichkeit für möglichst alle Benutzer/innen und aufwendiger grafischer Gestaltung (auch mit modernsten Technologien), von der eventuell nur wenige profitieren können,
  • die Vorteile benutzerfreundlicher Gestaltung für Anbieter - auch im Hinblick auf das zuvor genannte Dilemma,
  • die Bereitschaft, technischen Innovationen zu folgen,
  • die Reaktionen auf Werbung (insbesondere Bannerwerbung),
  • der gesamte Themenbereich der Hyperlinks (z.B. Erkenntlichkeit, Farbe und Länge), und
  • die Auswirkungen verschiedener umstrittener Technologien (Frames, Imagemaps, Java, JavaScript usw.).


URL: http://pamer.net/benutzerfreundlichkeit/kapitel-7.html, Letzte Änderung: 30. 03. 2006, © Reinhard Pamer