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Cancels in at.* - Fragen und Antworten

Fremdcancels, ECP/EMP (aka Spam), Binaries und HTML in at.*.

Plain Text-Version

Inhalt dieses Dokuments:

1 Grundsätzliches

1.1 Anzeigen und ECP/EMP

1.1.1 Was sollte ich beim Posten von Anzeigen beachten?

Das Usenet ist primär ein Medium für zwischenmenschliche Kommunikation - für Diskussionen. Anzeigen kann man zwar auch posten, aber es wird allgemein in Diskussionsrunden als störend empfunden, wenn laufend Anzeigen in der Newsgroup landen. Man stelle sich nur vor: Im Kino läuft ein guter Film, doch immer wieder kommt jemand bei der Tür herein, ruft in den Saal, dass er etwas kaufen/verkaufen will, und verschwindet dann wieder. Deshalb gibt es dafür eigene Newsgroups und Bestimmungen:

  • In at.* gehören Anzeigen in die Subhierarchie at.anzeigen.*.
  • Eine Anzeige darf nur in eine Newsgroup gehen, und zwar in jene, in der sie laut Charta am besten passt.
  • Man darf sie nicht öfter als alle 14 Tage erneut posten.
  • Antworten auf Anzeigen sollten grundsätzlich per E-Mail an den Poster/Absender erfolgen.
  • Kommentare wie "bei X gibt's das viel billiger" sind im Normalfall nicht angebracht und unnötig, weil Usenetter meist durchaus selbst in der Lage sind, Angebote zu beurteilen.

1.1.2 Was ist ECP/EMP (aka Spam)?

Exzessives Crossposting (ECP) und Exzessives Multiposting (EMP) wird im Usenet häufig "Spam" genannt. Anders als mitunter manche meinen, ist diese Bezeichnung im Usenet von Inhalten unabhängig und steht nicht für (kommerzielle) Werbung. Sie hängt ausschließlich von der Anzahl der betroffenen Gruppen und weitgehend identischen Artikel ab.

Als "Exzessiv" gilt hier bereits eine vergleichsweise kleine Anzahl von Newsgroups.

1.1.3 Was ist Cross- und Multiposting bzw Followup-To?

Crossposting

Ein Artikel geht in mehrere Newsgroups. Der Newsgroups-Header des Artikels sieht dann zB wie folgt aus:

Newsgroups: at.linux,at.usenet.missbrauch

Wenn ein Artikel in zu viele Newsgroups gecrosspostet wird, dann bezeichnet man das als Exzessives Crossposting (ECP).

Bei Crosspostings sollte im Normalfall auch ein Followup-To angegeben werden.

Multiposting

Mehrere nahezu identische Artikel gehen in eine oder mehrere Newsgroups.

Multipostings mit zu vielen Artikeln werden als Exzessives Multiposting (EMP) bezeichnet.

Crossposting ist Multiposting meist vorzuziehen, da es ressourcenschonender und benutzerfreundlicher ist.

Followup-To

Die formalisierte Bitte, wohin Antworten auf Artikel nach Crosspostings gehen sollen. Newsreader beachten dies automatisch und posten die Antwort (evt nach Rückfrage beim Benutzer) in die entsprechende Newsgroup. Dies wird über einen Headereintrag realisiert:

Followup-To: at.usenet.missbrauch

1.1.4 Welche konkreten Regeln gibt es dazu?

  • Cross- und Multipostings mit Beteiligung von at.anzeigen.* sind unzulässig und cancelbar (maximaler Cancel-Index: 4).

  • Im Rest von at.* sollte man möglichst immer in genau eine - die laut Charta am besten passende - Newsgroup posten. Wenn es ausnahmsweise mehr als eine sein muss, dann ist der Weg der Wahl ein Crossposting in eine minimale Anzahl von Newsgroups mit Followup-To in eine davon.

    Die absolute Grenze, ab der gecancelt wird, liegt für Cross- und Multipostings außerhalb von at.anzeigen.* bei einem maximalen Cancel-Index (CI) von 11.

Achtung: Der CI ist nicht die Anzahl der Newsgroups oder Artikel.

1.1.5 Wie berechnet sich der Cancel-Index (CI)?

Der Gesamt-CI ergibt sich, indem man die CIs der einzelnen Artikel innerhalb des Fenster von 45 (bzw 14 - bei Beteiligung von at.anzeigen.*) Tagen zusammenzählt.

Gesamt-CI = Summe der CIs je Artikel

Der CI je Artikel berechnet sich aus der Anzahl der Newsgroups, in die er gepostet wurde, plus 3:

CI je Artikel = Anzahl der Newsgroups + 3

Beispiel:

Es wurden 2 weitgehend identische Artikel gepostet.
Artikel A in 4 Newsgroups
Artikel B in 5 Newsgroups

CI für Artikel A = 4 + 3 = 7 (Anzahl der Newsgroups + 3)
CI für Artikel B = 5 + 3 = 8 (Anzahl der Newsgroups + 3)
----------------------------
Gesamt-CI                 15 (Artikel A + Artikel B)

Zur Erinnerung: Bei Beteiligung von at.anzeigen.* gilt ein maximaler CI von 4 (das bedeutet, dass ein Artikel nur in eine einzige Gruppe gepostet werden darf) - im Rest von at.* 11.

1.1.6 Warum ist ECP/EMP ein Problem?

ECP/EMP stellt auf mehreren Ebenen ein Problem dar:

Benutzerfreundlichkeit

Derartige Artikel sind in den meisten Fällen zum einen völlig off-topic und zum anderen Anzeigen in Diskussionsgruppen. Damit wird gleich zweifach das Recht des Benutzers verletzt, selbst zu entscheiden, was er lesen möchte.

Was bleibt, ist der Aufwand, die Spreu vom Weizen zu trennen. Nimmt die Spreu überhand, zahlt sich das irgendwann nicht mehr aus, und die Gruppe beginnt zu verhungern. Und das ist nicht bloß leeres Gerede - es ist schon mehr als eine Diskussionsgruppe auf exakt diese Weise gestorben.

Kosten der Infrastruktur

ECP/EMP erhöht die Kosten der Serverbetreiber in mehrerlei Hinsicht:

  • Gerät (Rechner, Festplatten, ...),
  • Bandbreite/Transfervolumen,
  • Personal, usw.

Nun könnte man sich auf den Standpunkt stellen, dass das deren Problem ist. Das wäre aber leider zu kurz gegriffen, denn welche Kosten auch immer dem Anbieter entstehen - tragen wird sie auf die eine oder andere Weise der Benutzer.

Damit jedoch nicht genug. Newsserver sind meist etwas, das für den Provider bestenfalls nebenher läuft. Wenn also die vorhandenen Ressourcen irgendwann nicht mehr reichen, führt das in vielen Fällen dazu, dass nicht diese angepasst, sondern die Leistung im gesamten Newsgroup-Bereich verringert oder irgendwann möglicherweise der gesamte Service eingestellt wird.

Auch hier leiden also im Endeffekt sowohl Benutzer als auch Diskussionsgruppen.

Kosten für den Benutzer

Die Kostenarten des Benutzers sind - wenn auch in geringerem Umfang - durchaus mit jenen des Serverbetreibers vergleichbar. Er muss mindestens die Header (in vielen Fällen auch die Bodies) der Artikel downloaden (=> Bandbreite/Transfervolumen), seine Zeit fürs Aussortieren aufwenden (=> Personal) und was nicht gelöscht wird, bleibt gespeichert (=> Gerät).

Wie du siehst - ECP/EMP verursacht für viele Menschen nicht gerade wenig Aufwand und Kosten. All das weil einige das Usenet als billige Werbemöglichkeit verwenden.

1.2 Binaries

1.2.1 Was gilt es bei Binaries zu beachten?

In at.* sind Binaries nicht zulässig und cancelbar. Du kannst sie aber ins WWW stellen oder in eine Binary-Newsgroup (zB de.alt.dateien.misc) posten und darauf verweisen. Ersteres ist aus technischen Gründen eher empfehlenswert.

1.2.2 Was ist ein Binary?

Binaries sind Artikel, welche zum Großteil aus binären Daten bestehen, oder diese teilweise als Attachment enthalten. Unter binären Daten versteht man das Gegenteil von Text - also beispielsweise Bilder, Videos oder Word-Dokumente.

Die für at.* relevante, exakte Definition: "Binärdateien sind Artikel, die größer als 5000 Bytes sind und Content-Type: application|audio|image|video enthalten oder einen Anteil von mehr als 50% uuencoded, base64-encoded, binhex, shib, xbin, btoa (o.ä.) enthalten."

1.2.3 Warum sind Binaries ein Problem?

Vor allem wegen ihrem weit größeren Ressourcenbedarf. Manche Newsserver und damit auch die betreffenden Newshierarchien kommen durch Binaries bereits in ernsthafte Schwierigkeiten, sodass es nötig ist, dem entgegenzuwirken.

Im Grunde sind die Auswirkungen mit jenen von ECP/EMP vergleichbar. Binaries sind jedoch um ein Vielfaches größer als Text-Artikel, und ein einziges kann schon mal mehr Ressourcen verbrauchen als alle Text-Artikel (inkl ECP/EMP) einer Gruppe oder Hierarchie in einem Monat (ohne dass es da nach oben irgendwelche Grenzen geben würde).

Hinzu kommt, dass Usenet-Newsgroups nicht für die Übertragung von Binaries sondern von reinem Text entworfen wurden. Das äußert sich darin, dass binäre Inhalte eigens als reiner Text codiert werden müssen - was zu einer Aufblähung der Daten um etwa 30% führt. Obendrein müssen die Artikel in viele kleine Teile zerstückelt werden.

Besser geeignet zur Verbreitung sind WWW und FTP.

1.3 Hypertext Markup Language (HTML)

1.3.1 Was gilt es bei HTML zu beachten?

Artikel, die zusätzliche Formatierungsangaben enthalten (also vor allem HTML, aber auch RTF oä), sind in at.* nicht zulässig und cancelbar. Poste also bitte nur reinen Text.

1.3.2 Was ist HTML?

HTML ist eine Sprache zur strukturellen Beschreibung von Dokumenten (zB durch Auszeichnung von Texten als Überschriften oder 'normale' Absätze). Sie beinhaltet auch Layout-Elemente, die jedoch zunehmend an Bedeutung verlieren.

Entwickelt wurde HTML für das World Wide Web.

1.3.3 Warum ist HTML ein Problem?

Vor allem, weil viele Newsreader HTML-Artikel gar nicht erst anzeigen können, da diese Sprache für ein anderes Medium entworfen wurde.

Für die Kommunikation im Usenet, die völlig andere Anforderungen stellt, bietet HTML gegenüber reinem Text auch nur wenig Mehrwert - und in der Praxis ist selbst dieser nicht gegeben. So gut wie alle HTML-Artikel im Usenet sind schlecht lesbar und unnötigerweise auf ein Mehrfaches des eigentlich nötigen Volumens aufgebläht (womit die unter 1.2.3 erwähnten Punkte auch für HTML in geringerem Umfang Gültigkeit haben).

Ein gutes und vor allem lesbares HTML-Dokument zu erstellen, erfordert einiges an Kenntnissen und Zeit. Jene, die die Kenntnisse haben, werden sich wegen eines (meist recht kurzlebigen) Usenet- Artikels den Aufwand nicht antun. Für alle anderen stellt der Erwerb der nötigen Kenntnisse eine unnötige Hürde dar.

1.4 Wer macht die Regeln?

Über die Regeln und Richtlinien von at.* wird nach einer Ankündigung (Request for Discussion, RfD) in at.usenet.announce in at.usenet.gruppen oder at.usenet.sonstiges diskutiert. Anschließend wird nach einer weiteren Ankündigung (Call for Votes, CfV) abgestimmt.

In manchen Fällen wird stattdessen eine Meinungsumfrage (Strawpoll) durchgeführt.

Mitbestimmen können, dürfen und sollen alle Nutzer von at.*.

1.5 Was ist ein Cancel?

Ein Cancel ist eine Steuernachricht, die Newsserverbetreibern einen Artikel zur Löschung vorschlägt.

Es bleibt dem jeweiligen Serveradministrator überlassen, ob er dem Vorschlag nachkommt und den Artikel entfernt (bzw den Server entsprechend konfiguriert, das automatisch zu erledigen). Die meisten tun es jedoch.

2 Nach dem Cancel

2.1 Hilfe, mein(e) Artikel wurde(n) gecancelt!

Zuallererst: Keine Panik!

Du hast offenbar ein unzulässiges Cross-, Multi- oder Binary-Posting abgesetzt, und dieses wurde gecancelt (dh Serverbetreibern zur Löschung vorgeschlagen). Dein Artikel ist damit von allen Servern verschwunden, die entsprechend konfiguriert sind (und das sind die meisten). Das war's dann aber auch schon.

Ein Cancel ist schon den erfahrensten Usern passiert und stellt keine Tragödie dar. Niemand trägt dir etwas nach. Du solltest dich jetzt aber vielleicht mit den Bestimmungen von at.* auseinandersetzen, damit das in Zukunft nicht mehr passiert.

Solltest du jedoch nach der Lektüre dieser FAQ der Meinung sein, dass es bei dem Cancel nicht mit rechten Dingen zugegangen ist, melde dich bitte in at.usenet.missbrauch. Dort wird man dann versuchen, die Sache aufzuklären.

2.2 Kann man den Artikel nicht wenigstens in der richtigen Newsgroup stehen lassen?

Wenn Cross- oder Multipostings gecancelt werden, dann in allen betroffenen Newsgroups. Niemand kann oder will es anderen abnehmen, anhand der Chartas selbst herauszufinden, wohin ihr Artikel gehört, und ihn von Anfang an dementsprechend in die richtige Newsgroup (in 99,9% aller Fälle ist es genau eine) zu posten.

Bei Crosspostings wäre es sogar rein technisch unmöglich, da der Artikel beim Cancel über seine Message-ID identifiziert wird. Und ein Crossposting ist ja bekanntlich nur ein einziger Artikel mit einer einzigen Message-ID - auch wenn er in 15 Gruppen erscheint.

2.3 Kann ich den Artikel jetzt wieder (diesmal richtig) posten?

Wenn es um ein Binary außerhalb von at.anzeigen.* geht, dann ja - allerdings ohne das Binary, als reiner Text.

Ist eine Gruppe innerhalb von at.anzeigen.* betroffen, so musst du 14 Tage warten, und dann einen Artikel in eine Gruppe posten.

Geht es ausschließlich um Artikel außerhalb von at.anzeigen.*, so kannst du dann wieder posten, wenn damit innerhalb eines Zeitfensters von 45 Tagen der Cancel-Index von 11 nicht überschritten wird. Ein Tip: Zu rechnen kannst du anfangen, wenn dein erstes gecanceltes Posting älter als 45 Tage ist.

Wenn du erneut postest, werden auf jeden Fall auch die gecancelten Artikel in die Berechnung des CI einbezogen. Eine Art 'Reset' gibt es nicht.

3 Häufig vorgebrachte Einwände

3.1 Ich habe doch nur jemandem geantwortet.

Alle Artikel werden gleich behandelt - egal ob ein "Re:" im Subject steht und/oder References im Header enthalten sind. Alles andere würde eine Umgehung der Regeln ermöglichen, und schließlich ist immer der Poster dafür verantwortlich, wohin sein Artikel geht.

Man kann nur jedem raten, beim Antworten vorsichtig zu sein, oder einen Newsreader zu verwenden, der einen auf Crosspostings aufmerksam macht.

3.2 Ich kann nichts dafür - das war mein Newsreader.

Die Verantwortung für die von dir verwendete Software kann dir niemand abnehmen.

Fallweise kommt es vor, dass bei der Kommunikation von Newsreader und Newsserver ein 'Hoppala' passiert, und Probleme gemeldet werden, obwohl der Artikel in Wirklichkeit vom Server angenommen wurde. In solchen Fällen empfiehlt es sich, vor einem erneuten Absenden die Artikel von Server zu holen, und zu kontrollieren, ob es nicht doch funktioniert hat.

Sollte dennoch einmal ein Missgeschick passieren, ist es am besten, selbst die ungewünschten Artikel zu canceln. Alle vernünftigen Newsreader bieten diese Funktion für eigene Artikel an (oft ungeschickt als "Nachricht abbrechen" übersetzt).

3.3 Lest es einfach nicht, wenn es euch nicht interessiert!

Das erspart einem bestenfalls den Aufwand fürs Lesen des ganzen Artikels. Alle anderen Probleme (Benutzerfreundlichkeit, Kosten der Infrastruktur, Kosten des Benutzers) werden dadurch nicht berührt.

Es ist auch ein Unterschied ob einen ein Artikel lediglich nicht interessiert, oder ob er ganz einfach nicht in eine Gruppe gehört. Ersteres ergibt sich zwangläufig, doch wie kommt man dazu, sich mit letzterem herumzuschlagen?

3.4 Wie soll ich sonst meine ganze Zielgruppe erreichen?

TV, Radio, Zeitungen, Zeitschriften, Plakate, Briefe, ...

Im Usenet entscheidet der Leser, was er lesen will, indem er die entsprechenden Gruppen abonniert. Wohin ein Artikel gehört, hängt von genau 2 Faktoren ab:

  • Anzeige (=> Anzeigengruppe) oder Diskussionsbeitrag (=> Diskussionsgruppe).
  • Thema der Gruppe - wie in der Charta beschrieben.

Ob in einer Gruppe jemand mitliest, von dem der Autor will, dass er seinen Artikel liest, ist dafür ausdrücklich kein Kriterium.

3.5 Mein Artikel ist aber wichtig!

"Kein Newsartikel auf der Welt ist für mehr als eine kleine Hand voll Newsgroups relevant. Wenn der dritte Weltkrieg bekanntgegeben wird, dann wird er in net.announce.important bekanntgegeben." [Peter da Silva]

Ist dein Artikel wichtiger als die Ankündigung des dritten Weltkriegs?

3.6 Was kostet schon das bisschen Traffic?

Völlig egal, wieviel es ist. Es ist fremdes Geld.

Solange zeit- oder mengenabhängige Kosten entstehen (und das wird für die überwiegende Mehrheit noch eine ganze Weile der Fall sein), bedeuten Binaries und ECP/EMP eine Erhöhung der Kosten auf Benutzerseite.

Für die Kosten der Newsserverbetreiber (die im Endeffekt ja wieder der Nutzer trägt) gilt das Gleiche. Allerdings werden hier die Kosten immer zu einem wesentlichen Teil variabel sein.

Vor allem aber ist erhöhter Traffic nur ein Teil der mit Binaries und ECP/EMP verbundenen Probleme.

3.7 In Zeitungen gibt es doch auch Anzeigen.

Anzeigen in Zeitungen halten die Zeitungen am Laufen bzw verbilligen sie. Anzeigen im Usenet tun das nicht. Sie sind lediglich eine billig-bis-gratis Werbemöglichkeit ohne Nutzen für Serverbetreiber oder Benutzer.

3.8 Das ist Zensur!

Wie weit man den Begriff "Zensur" auch fasst, er erfordert in jedem Fall eine inhaltliche Beurteilung. Diese findet bei Cancels von ECP/EMP und Binaries (beides rein formal/technisch definiert) nicht statt.

Niemand hält dich davon ab, deine Meinung zu äußern, solange der jeweilige Artikel nicht in zuviele Gruppen und in Form von Text (keine Binaries, kein HTML oä) gepostet wird.

3.9 Wer ist dieser Canceller, dass er sich das erlaubt?

Es gibt gewisse Richtlinien, nach denen die Community Cancels von jedem akzeptiert bzw begrüßt. Wer auch immer gerade cancelt, hat da keine Sonderstellung außer der Tatsache, dass er sich für at.* die Arbeit antut und über das nötige Know-How verfügt.

3.10 Warum cancelt ihr nicht Pornographie, Kommerzielles, Flames und off-topic-Artikel?

Inhalte müssen für die Akzeptanz von Fremdcancels irrelevant sein. Alles andere würde zu sehr Zensur ähneln, und niemand hier hat irgendeine Legitimation oder auch nur den Wunsch, den Zensor zu spielen.

3.11 Warum werden nicht auch regelwidrige Postings anderer gecancelt?

Dass du ein Posting noch siehst, heisst nicht, dass es dafür keinen Cancel gibt. Diese gehen teilweise erst längere Zeit nach den Artikeln raus. Wenn du einen Artikel einmal geladen hast, haben sie auf ihn bei dir keinen Einfluss mehr. Manche Provider führen Cancels auch nur teilweise oder gar nicht aus.

Bei Interesse kannst du einen Blick nach at.usenet.cancel-reports werfen. Die Cancels aus at.* werden dort bekanntgemacht. Es gibt jedoch auch internationale Canceller, die ihre Reports in news.lists.filters veröffentlichen.

3.12 Habt ihr nichts Besseres zu tun?

Doch, schon - aber irgendjemand muss den 'Job' erledigen.

Das Canceln läuft übrigens halbautomatisch ab. Die Postings werden von einem Cancel-Bot automatisch überprüft, und dann nur mehr vor Versenden der Cancels manuell gecheckt. Es sitzt also niemand 24 Stunden täglich vorm Rechner, um eigenhändig die Cancel-Indizes sämtlicher Artikel auszurechnen.

3.13 Mit den ganzen Regeln wird das Usenet irgendwann neben Web und IRC in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.

Hier läuft kein Wettbewerb. Seine Netizens mögen das Usenet so, wie es ist, und es sind auch keine Anzeichen erkennbar, dass sich daran etwas ändern würde. Der Tod des Usenet wurde schon vorhergesagt, als es Web und IRC noch nicht einmal gab. Es erfreut sich erstaunlicherweise nach wie vor bester Gesundheit.

Dass das Usenet nicht im selben Ausmaß wächst wie Web oder IRC, ist auf Grund seiner Andersartigkeit nur natürlich. Das ist aber auch nicht wirklich ein Problem. Wer gerne Zustände wie im Web oder IRC möchte, dürfte keine Schwierigkeiten haben, sie im Web oder IRC vorzufinden.

Es ist durchaus erwünscht, dass hier möglichst viele Leute posten, aber ohne die Akzeptanz einiger Mindeststandards funktioniert's nicht.

3.14 Das ganze Theater verursacht doch viel mehr Traffic als ECP/EMP und Binaries selbst.

Du solltest bedenken, dass du fremdcancel-gereinigte Newsgroups liest. Ohne diese Cancels würde die Sache anders aussehen.

Doch zu diesem unmittelbaren Effekt kommt auch die vorbeugende Wirkung. Das Usenet ist ein für Werber immens attraktives und noch dazu beinahe kostenloses Medium; und auch das Posten von Binaries ist für viele offenbar äußerst verführerisch. Wenn das Netz sich dagegen nicht wehrt, ist zu erwarten, dass sich die Situation verschlimmert.

Nicht zu vergessen: Die Diskussionen um Cancels kann man sich ersparen, indem man die betreffenden Newsgroups nicht liest. ECP/EMP und Binaries selbst wird man nicht so leicht los.

3.15 Das ist ja wieder mal typisch österreichisch.

Cancel-Bots laufen unter verschiedenen Rahmenbedingungen in vielen Hierarchien. Das ist also keine österreichische Spezialität.

3.16 Muss man gleich mit der Fremdcancel-Keule auffahren?

Manchenorts mag man ja mit ein paar harmlosen Anzeigenpostern klar kommen. Doch spätestens, wenn hartnäckige oder professionelle Spammer loslegen, ist man auf dieser Ebene aus mehreren Gründen chancenlos:

  • Sie lesen die Newsgroups, in die sie posten, nicht.
  • Sie geben auch keine funktionierende E-Mail-Adresse an.
  • Eine Unterscheidung zwischen ihnen und jenen, die aus Unwissenheit handeln, ist weder möglich noch sinnvoll oder gerecht.
  • Alle bekannten alternativen Gegenmaßnahmen erfordern Voraussetzungen, die kaum gegeben sind - sei es nun Verständnis des Spammers, Kooperation seines Providers, technische Kenntnisse seitens einer Vielzahl von Menschen und/oder schlicht und ergreifend Zeit.

Übrig bleiben als derzeit nahezu einzige effektive, effiziente - und vor allem funktionierende - Notwehrmaßnahme Spam/Binary-Cancels.

4 Weiterführende Literatur



URL: http://pamer.net/faq/cancels-in-at.html, Letzte Änderung: 30. 03. 2006, © Reinhard Pamer